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FBZHL aktuell

Einsatz eines E-Learning-Moduls als Ergänzung zur Vorlesung

Kurzinfos_FBZHL_7-2014-ZFHE-2011-1-58

Aus der Reihe:

Schriften zur Hochschuldidaktik. Beiträge und Empfehlungen des Fortbildungszentrums Hochschullehre der Friedrich-­Alexander Universität Erlangen-­Nürnberg.

Malgorzata Gorniak, Johanna Petzoldt, Kristina Schäfer,
Nele Weßels, Matthias Rudolf, Bärbel Bergmann
Technische Universität Dresden

Studienfach: Psychologie > übertragbar auf Human-, Sozial- und Erziehungswissenschaften

Quelle

Zeitschrift für Hochschulentwicklung (FZHE), Jg. 6 / Nr. 1 (März 2011), S. 58–71

http://www.zfhe.at/index.php/zfhe/article/view/256

Siehe auch: http://elearning.tu-dresden.de/versuchsplanung

Problembeschreibung / Zieldefinition

In diesem Good-Practice Beispiel wird gezeigt, wie eine Vorlesung mit einem E-Learning-Modul ergänzt werden kann. Dies ist etwa dann hilfreich, wenn Studierende Schwierigkeiten haben, sich mit bestimmten Lerninhalten auseinanderzusetzen.

Wie ein solches E-Learning-Modul konzipiert sein sollte, damit es die Lernleistung Ihrer Studierenden verbessern kann, wird am Beispiel des Fachs „Methoden der Psychologie“ an der Technischen Universität Dresden beschrieben. Dort konnten die Akzeptanz, das Wissen und die Fertigkeiten der Studierenden zum Fach deutlich verbessert werden.

Das E-Learning Modul der TU Dresden ist frei zugänglich und online abrufbar unter

http://elearning.tu-dresden.de/versuchsplanung

Herangehensweise / Lösungsansatz

Mediengestütztes Lernen hat viele Vorteile: es ist niederschwellig, leicht zugänglich und kann von den Studierenden zeit- und ortsunabhängig sowie gemäß dem persönlichen Tempo und Lernstil bearbeitet werden. Zudem können die Studierenden ihr Fachwissen durch konkretes Anwenden und Üben deutlich verbessern; außerdem werden überfachliche Kompetenzen wie z. B. selbstorganisiertes Lernen gefördert.

Inhaltlich sollte ein solches E-Learning-Modul aus theoretischen und praktischen Anteilen bestehen.

Die E-Learning-Einheit für Versuchsplanung und -durchführung an der TU Dresden beispielsweise bietet neben theoretischem Input die Möglichkeit, sich selbstständig an der Erstellung von Versuchsplänen auszuprobieren. Das Tool besteht zum einen aus vielseitig angelegten Theorieeinheiten (Grundlagen der experimentellen Versuchsplanung, Beispiele von Versuchsplänen, wichtige Definitionen usw.). Zum anderen werden praktische Aufgaben zur Versuchsplanung angeboten: Fiktive Szenarien psychologischer und sozialwissenschaftlicher Untersuchungen werden vorgegeben und die Studierenden haben die Aufgabe, eigenständig einen passenden Versuchsplan zu erstellen (zur genauen Umsetzung siehe Originaltext). Die Vorgehensweise wird in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung detailliert beschrieben und die Aufgaben können im Übungs- oder im Testmodus bearbeitet werden. Verschiedene Hilfestellungen in allen Phasen, eine detaillierte Rückmeldung nach Abschluss der Aufgabenbearbeitung und ein Punktesystem ermöglichen die Kontrolle und Verbesserung des Könnens.

Aufwand

Die Erstellung einer umfassenden E-Learning-Anwendung ist ohne Zweifel mit größerem Aufwand verbunden, methodisch und technisch nicht ganz einfach und sollte von langer Hand geplant werden.

Nach der Konzeption, technischen Umsetzung, Evaluation und ggf. nachträglichen Verbesserung des Moduls wird dieses aber ohne größeren Aufwand über einen sehr langen Zeitraum hinweg einsetzbar sein und Ihnen viel Arbeit abnehmen. Der Erfolg der Maßnahme an der TU Dresden (s. u.) bestätigt dies.

Die Bedienung des Moduls erfordert natürlich den Zugang zu Computern sowie von Ihnen und Ihren Studierenden eine basale IT-Kompetenz, was aber nach unserer Einschätzung wegen der einfachen Bedienbarkeit kein Problem darstellen sollte.

Art der Evaluation, Erfolgsfaktoren und Resultate

Die Evaluation der Maßnahme an der TU Dresden bestätigt deren Erfolg: Bei einer schriftlichen Befragung beurteilten die TeilnehmerInnen die Ausführlichkeit und Vollständigkeit des Lernmoduls und die Beispiele als sehr positiv.

Einen Leistungstest (aus dem Aufgabenpool des E-Learning-Moduls) bestanden alle Studierenden der Versuchsgruppe, aber nur 85% einer Kontrollgruppe. Auch auf die Durchschnittsnote wirkte sich die Maßnahme positiv aus.

Die Methode kann zusammenfassend als erfolgreich und empfehlenswert beurteilt werden.

Empfehlungen

Ein solches E-Learning-Modul sollten Sie immer ergänzend zu Vorlesung oder Seminar einsetzen, möglichst über einen längeren Zeitraum hinweg (mindestens ein Semester lang). Sie können beides auch optimal miteinander verknüpfen, indem Sie beispielsweise Themen, die Sie in Ihrer Vorlesung behandeln, von den Studierenden anschließend virtuell simulieren lassen. Oder Sie verbinden das Ganze mit einem Seminar, wo eine Fragestellung konkret geplant und anschließend per E-Learning umgesetzt werden soll. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielseitig.

Verallgemeinerbarkeit

In allen Fächern, wo komplizierte Inhalte durch Anwenden und Üben leichter vermittelt werden können, ist ein praktisch konzipiertes E-Learning unserer Ansicht nach eine ideale Ergänzung zu klassischen Lehrformen wie die Vorlesung oder das Seminar.