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FBZHL aktuell

Ein Prozessportfolio mit Methoden des reflexiven Schreibens und kooperativen Lernens bei Lehramtsstudierenden

Lehrende der FAU können nach der erfolgreichen Teilnahme an unseren hochschuldidaktischen Seminaren am Zertifikatsprogramm der Bayerischen Universitäten teilnehmen, das Ihre besuchten FBZHL-Seminare dokumentiert. Inhaltlich und formal orientiert sich diese Weiterbildung an internationalen Standards. Durch die bayernweit einheitliche Zertifizierung erhalten AbsolventInnen einen formalen Nachweis über ihre hochschuldidaktischen Kompetenzen, der als Beleg ihrer pädagogisch-didaktischen Qualifikationen bei künftigen Bewerbungen gilt. Für jedes besuchte Seminar des FBZHL oder einer hochschuldidaktischen Einrichtung des bayernweiten Verbundes ProfiLehrePlus erhalten Sie Arbeitseinheiten (AE), die Sie sich für das Zertifikat anrechnen lassen können. Zertifikate Das Zertifikat Hochschullehre Bayern ist modular aufgebaut und kann von Lehrenden gestuft als Grundstufe, Aufbaustufe und Vertiefungsstufe erworben werden. Tutorinnen und Tutoren bietet das FBZHL ebenfalls die Möglichkeit zur Zertifizierung ihrer hochschuldidaktischen Ausbildung an. [collapsibles] [collapse title="Grundstufe (60 AE)" color=""] Für den Erwerb des "Zertifikats Hochschullehre der Bayerischen Universitäten – Grundstufe" benötigen Sie insgesamt 60 AE aus folgenden Bereichen: Bereich AE A: Lehr-Lern-Konzepte 12 B: Präsentation/Kommunikation 12 C: Prüfen 8 D: Reflexion und Evaluation 8 E: Beraten und Begleiten 8 frei wählbar 12 Gesamt 60 [/collapse] [collapse title="Aufbaustufe (120 AE)" color=""] Hier Für den Erwerb des "Zertifikats Hochschullehre der Bayerischen Universitäten – Aufbaustufe" benötigen Sie insgesamt 120 AE aus folgenden Bereichen: [su_table] Bereich AE A: Lehr-Lern-Konzepte 25 B: Präsentation/Kommunikation 25 C: Prüfen 10 D: Reflexion und Evaluation 10 E: Beraten und Begleiten 10 frei wählbar 40 Gesamt 120 [/collapse] [collapse title="Vertiefungsstufe (200 AE)" color=""] Das "Zertifikat Hochschullehre der Bayerischen Universitäten – Vertiefungsstufe" wird ausgestellt, sobald Sie das Zertifikat Hochschullehre Bayern (120 AE) erworben haben und erfolgreich das Programm der Vertiefungsstufe durchlaufen haben: Bereich AE Vorleistung Zertifikat Hochschullehre der Aufbaustufe 120 Seminar: Einführung/Grundlagen Lehrprojekt 8 Selbststudium: Lehrprojekt 16 Lehrberatung: Kollegiale Hospitation 14 Lehrberatung: Coaching 6 Seminar: Einführung Lehrportfolio 8 Selbststudium: Erstellen eines Lehrportfolios 20 Seminar: Zwischenergebnisse reflektieren/Lehrportfolio 8 Gesamt 200 [/collapse] [collapse title="Tutorenzertifikat (30 AE)" color=""] Tutorinnen und Tutoren haben die Möglichkeit, ein hochschuldidaktisches Zertifikat der FAU zu erwerben, das besuchte FBZHL-Seminare für Tutorinnen und Tutoren dokumentiert. Für das Zertifikat müssen mindestens 30 Arbeitseinheiten (AE) erworben werden, die sich wie folgt zusammen setzen: Leistungen AE Teilnahme am Basis-Workshop "Didaktik für Tutorinnen und Tutoren" i.d.R. 8 Teilnahme an frei wählbaren Aufbauworkshops im Umfang von mind. 8 AE 8 Teilnahme am Seminar "Peer Hospitation" sowie Durchführung einer Hospitation 8 Anfertigung eines Reflexionsberichtes (Umfang ca. 3-5 Seiten) 6 Gesamt 30   Wir orientieren uns an den bundesweiten Standards zur Qualifizierung und hochschuldidaktischen Zertifizierung des Netzwerks Tutorienarbeit. Das FAU-Zertifikat für Tutorinnen und Tutoren wird auch auf das Zertifikat Hochschullehre der Bayerischen Universitäten anerkannt - sofern Teilnehmende auch nach ihrem Studium an der FAU lehren. [/collapse] [/collapsibles] Zertifikatsbeantragung [collapsibles] [collapse title="Grund- und Aufbaustufe" color=""] Um das Zertifikat Hochschullehre der Grund- oder Aufbaustufe zu beantragen, bitten wir Sie folgende Unterlagen via Mail an fbzhl@fau.de zu senden: Scans der Teilnahmebescheinigungen (können auch postalisch als Kopie eingereicht werden → FBZHL, Dr.-Mack-Str. 77, 90762 Fürth). Eintragen Ihrer Daten und der von Ihnen besuchten FBZHL-Fortbildungen in folgendes Excel-Formular, das Sie uns bitte in jedem Fall digital im Excel-Format zukommen lassen: [su_button url="http://www.fbzhl.fau.de/wp-content/uploads/2015/08/Formular-Zertifikatsbeantragung-FBZHL.xlsx" target="blank" background="#eee" color="#000000" icon="icon: table" icon_color="#000"]Formular zur Zertifikatsbeantragung[/su_button] [/collapse] [collapse title="Vertiefungsstufe" color=""] Das Zertifikat der Vertiefungsstufe wird automatisch nach erfolgreicher Beendigung der Vertiefungsstufe überreicht. Eine gesonderte Beantragung ist nicht erforderlich. [/collapse] [collapsibles] [collapse title="FAU-Zertifikat für Tutorinnen und Tutoren" color=""] Um das Zertifikat für Tutorinnen und Tutoren zu beantragen, bitten wir Sie folgende Unterlagen via Mail an fbzhl-tutoren@fau.de einzureichen: Scans der Teilnahmebescheinigungen. Einreichung Ihres Reflexionsberichtes Eintragen Ihrer Daten und der von Ihnen besuchten FBZHL-Fortbildungen in folgendes Online-Formular. [su_button url="http://goo.gl/forms/zrDYRr6d63" target="blank" background="#eee" color="#000000" icon="icon: table" icon_color="#000"]Online-Formular zur Beantragung des Tutorenzertifikats[/su_button] [/collapse] [/collapsibles] Anerkennung von Fremdleistungen Fremdleistungen anderer Einrichtung können nach Absprache für das Zertifikat Hochschullehre der Grund- oder Aufbaustufe berücksichtigt werden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: Der hochschuldidaktischer Bezug der Veranstaltung muss klar ersichtlich sein. Die Veranstaltung muss einem unserer Bereiche zuordenbar sein. Die Dauer, Institution und auch der/die Trainer/in der Veranstaltung muss durch eine Teilnahmebescheinigung nachgewiesen werden. Wir erkennen ausschließlich Weiterbildungen an, die vor weniger als 6 Jahren besucht wurden. Es können ausschließlich Fortbildungen, keine Studienleistungen oder selbst durchgeführte Veranstaltungen anerkannt werden. Bitte beachten Sie, dass maximal die Hälfte der Arbeitseinheiten für das Zertifikat aus Fremdleistungen erworben werden dürfen. Mit der Anerkennung orientieren wir uns an den Qualitätsstandards für die Anerkennung von Leistungen in der hochschuldidaktischen Weiterbildung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd). Weitere Hinweise und Erläuterungen zu den Qualitätsstandards finden Sie hier. Bitte senden Sie die Teilnahmebescheinigungen der Fremdleistungen, die Sie zur Prüfung einreichen möchten, als Scan an fbzhl@fau.de bzw. als Kopie an das FBZHL, Dr.-Mack-Str. 77, 90762 Fürth. Wir setzen uns anschließend mit Ihnen in Verbindung, ob, in welchem Umfang und welchem Bereich Ihre Leistung anerkannt wird. Information für Habilitierende der Medizinischen Fakultät der FAU Habilitanden der Medizinischen Fakultät der FAU, die nach dem 1.1.2019 ihre Habilitationsschrift einreichen, müssen hochschuldidaktische Weiterbildungen im Umfang von 60 AE nachweisen. Weitere Informationendazu finden Sie hier.  

Kurzinfos_FBZHL_16-2014-ZFHE-2013-8-124

Aus der Reihe: Schriften zur Hochschuldidaktik. Beiträge und Empfehlungen des Fortbildungszentrums Hochschullehre der Friedrich-­Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.  Elisabeth Paus & Regina Jucks, Universität Münster

Quelle

Zeitschrift für Hochschulentwicklung (FZHE), Jg. 8 / Nr. 1 (Januar 2013), S. 124-134 http://zfhe.at/index.php/zfhe/article/view/505

Problembeschreibung / Zieldefinition

Ein wesentlicher Bestandteil der Lehramtsausbildung ist die Bewusstwerdung, Bearbeitung und Veränderung von Lehr- und Lernvorstellungen der Studierenden. Hierfür sollte ein selbstreflexiver Prozess angestoßen werden, der den Studierenden ermöglicht, eigene didaktische Vorstellungen zu erkennen, zu analysieren und, falls nötig, zu verändern. An der Universität Münster wurde ein multimethodisches Portfolio-Konzept für Lehramtsstudierende eingesetzt, das reflexives Schreiben, kooperative Übungen und klassische Vorlesungssequenzen kombiniert. Dieser Ansatz eröffnete den Studierenden verschiedene Zugänge, sich mit den eigenen didaktischen Vorstellungen auseinanderzusetzen und diese ggf. zu verändern.

Herangehensweise / Lösungsansatz

An der Universität Münster wurde das Projekt erstmalig 2012 am Institut für Psychologie für Bildung und Erziehung mit 24 Lehramtsstudierenden mit Nebenfach Psychologie durchgeführt. Es wurde ein sogenanntes Entwicklungs- oder Prozessportfolio eingesetzt, das bei den Studierenden die Selbstreflexion und Auseinandersetzung mit eigenen Überzeugungen anstoßen sollte. Bei einem Entwicklungs- oder Prozessportfolio liegt der Schwerpunkt zudem auf der Dokumentation von Veränderung, Entwicklung und Lernzuwachs. Das Portfolio wurde durch Vorlesungssequenzen und kooperative Übungen ergänzt. Erstere dienten der Vermittlung der theoretischen Grundlagen. Letztere ermöglichten den Studierenden, andere Sichtweisen kennenzulernen, mit den eigenen abzugleichen und diese dann ggf. anzupassen (zur vertieften theoretischen Beleuchtung der eingesetzten Methode siehe Originaltext). Umgesetzt wurde das Konzept für Lehramtsstudierende im Master of Education über ein Semester mit insgesamt 12 Terminen  á 1,5 Stunden. Es wird im Folgenden genau vorgestellt: Kurzinfo-16 Der erste Termin diente dem Kennenlernen; es folgte eine Einführung in die Arbeit mit dem Portfolio. In den Selbstlernphasen sollten sich die Studierenden anhand von gezielten Fragen eigenständig mit ihren individuellen Lehrvorstellungen und dem dazugehörigen Unterrichtshandeln auseinandersetzen. Die erste Selbstlernphase fand in Sitzung 3 statt, in der die Studierenden gebeten wurden über ihr Rollenverständnis als Lehrende/r zu reflektieren, ihre Vorgehensweise bei der Unterrichtsgestaltung darzulegen sowie ihre persönlichen Ziele für die Portfolioarbeit herauszuarbeiten. Eine weitere Selbstlernphase folgte in Sitzung 8, um die im Seminar gewonnen Erkenntnisse und deren Einfluss auf ihr Verständnis von Unterrichtsgestaltung herauszuarbeiten. In den Theoriesitzungen 4-6 wurden Lern- und Lehrperspektiven, didaktische Methoden und das Verhalten von Lehrenden in Form von Vorträgen und Übungen im Plenum behandelt. Am Ende jeder dieser Sitzungen wurde den Studierenden Zeit zur Bearbeitung der jeweiligen Aufgabenstellung im Portfolio gegeben. Die Gruppenarbeiten (Sitzungen 7-11) enthielten jeweils zwei Aufgaben: Zunächst sollten die Studierenden sich zu ihren in der Selbstlernphase 1 herausgestellten Lehrkonzeptionen, ihrem Rollenverständnis und ihrem Lehrhandeln austauschen. Auf dieser Basis wurde dann in einem zweiten Schritt ein konkreter Unterrichtsplan zu einem gemeinsam gewählten Thema konzipiert. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit wurden dann von den Studierenden in den Selbstlernphasen im Portfolio festgehalten sowie in Sitzung 12 im Plenum präsentiert. Abschließend erhielten die Studierenden die Gelegenheit, sich bei der Kursleitung Feedback zum eigenen Portfolio geben zu lassen.

Aufwand

Insgesamt ist das Konzept in Vorbereitung und Druchführung sowohl für die DozentInnen als auch für die Studierenden sicher nicht aufwändiger als ein klassisches Seminar. Die Zeiteinteilung ist flexibler als bei einer klassischen Vorlesung, da ein Teil der Sitzungen nicht im Plenum stattfindet.

Art der Evaluation, Erfolgsfaktoren und Resultate

An dem Pilotprojekt der Universität Münster nahmen zunächst 24 Lehramtsstudierende teil, die in eine Evaluation eingebunden wurden (für eine genauere Darstellung der Ergebnisse siehe Originaltext). Die Teilnehmenden bewerteten das Konzept insgesamt als positiv. Sie lobten v. a. die Arbeit am Portfolio, den Methodenmix, die didaktische Aufbereitung, Zeiteinteilung, Lerntempo und Schwierigkeit der Aufgaben sowie die Aufbereitung der Materialien.

Empfehlungen

Durch den Anteil an Selbststeuerung der Studierenden ist eine klare Strukturierung des Portfolios und eine ausführliche Einführung in die Portfolioarbeit (inhaltlich und methodisch) entscheidend.

Verallgemeinerbarkeit

Das Seminarkonzept wurde zwar eigens für Lehramtsstudierende entwickelt, kann auch in anderen Fächern eingesetzt werden. Das Konzept ist sicherlich in solchen Fächern hilfreich, die auf einen Beruf vorbereiten, wo es auf professionellen Umgang mit Menschen ankommt, z. B. in der Medizin, Psychologie, Pädagogik usw. Dabei müssen die Reflexionsfragen und die Aufgabe in der Gruppenarbeit an die jeweiligen Berufsperspektiven des Fachs angeglichen werden. Denkbar ist darüber hinaus auch eine Variante, die zur Reflexion und Auseinandersetzung mit Fachinhalten anregt.