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2. HD MINT Symposium – Tagungsbericht

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Am 24. und 25. September 2015 haben im Rahmen des Verbundvorhabens HD MINT (Hochschuldidaktik Department für die MINT-Fächer) die sechs bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Augsburg, Amberg-Weiden, München, Nürnberg, Weihenstephan-Triesdorf und Rosenheim sowie das Bayerische Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) und das Zentrum für Hochschuldidaktik (DiZ) zum 2. HD MINT Symposium eingeladen. Gastgeber war erneut – wie auch beim letzten Symposium im Jahr 2013 – die Technische Hochschule Nürnberg. Über 200 Lehrende, Fachdidaktiker, Hochschuldidaktiker und sonstige Akteure im Bereich des Qualitätspakts Lehre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind der Einladung gefolgt, um sich zu aktuellen Herausforderungen und Chancen der Hochschullehre in MINT-Fächern auszutauschen und zu netzwerken. Mit Fokus auf dem „Conceptual Change“ boten zahlreiche Workshops, Pecha-Kucha-Sessions, Poster-Beiträge, Beratungsecken und Thementische viel Platz für Partizipation und Diskussion.

Bereits in der Keynote zum Thema „Konzeptwandel in der Lehre: Wer? Was? Wozu? – Eine Antwortfindung im Diskurs“ haben Kathrin Munt und Prof. Dr. Peter Riegler von der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel bewiesen, dass auch Vorträge im Plenum nicht zwangsläufig mit klassischen Monologen einhergehen müssen. Rollenspiele und der Einsatz interaktiver Abstimmungssysteme, sog. Clicker bezogen das Publikum mit ein und boten beispielsweise erste Hinweise auf die Motivation zur Teilnahme am Symposium: Erhofften sich die meisten anwesenden Lehrenden vor allem Einblicke in neue Lehr-Lern-Konzepte, stand für die Mehrheit der Nicht-Lehrenden das Knüpfen neuer Kontakte im Vordergrund.

Im Anschluss daran folgten die ersten Workshops bzw. Tracks. Ramona Rappe besuchte zuerst eine Einheit im Pecha-Kucha- Format. Diese jeweils fünfminütigen Kurzvorträge basieren ursprünglich auf dem Prinzip einer rein bildhaften Präsentation, d.h. ohne Zuhilfenahme von Grafiken oder Texten und einem nach 20 Sekunden automatisch ablaufenden Folienwechsel – eine ganz schöne Herausforderung für die Referenten(-teams)! Nach den Präsentationen bot der sog. Infomarkt die Gelegenheiten nochmal persönlich mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen und tiefergehende, möglicherweise der begrenzten Zeit zum Opfer gefallene, Informationen zu den vorgestellten Forschungsprojekten zu erhalten.

Parallel dazu nahm Alessandra Kenner am Workshop „Tutorien zur Physik“ von Markus Wittkowski teil. Die FH Rosenheim setzt anstelle des klassischen Rechnens von Übungsaufgaben in Tutorien sog. Tutorials ein, wo mittels Leitfragen und Arbeitsaufträgen kleine angeleitete Versuche von Studierenden durchgeführt und diskutiert werden. Die Tutoren selbst rechnen also nicht einfach vor, sondern begleiten den Erkenntnisprozess. Auf diese Weise wird ein tieferes Verständnis der Materie erlangt.

Nach der Gruppenphase fand abends ein Science Slam Wettbewerb statt, den letztendlich Prof. Dr. Harald Gerlach, Spezialist im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik, mit seiner Performance zu „In 10 Minuten durch 2000 Jahre Kryptografie“ eindeutig für sich entscheiden konnte. Den krönenden Abschluss des ersten Abends bildete dann das Conference Dinner im „Heilig-Geist- Spital“.

Tag 2 begann für Ramona Rappe dann mit der Teilnahme am von Kathrin Munt und Sebastian Wirtghen (beide vom Zentrum für erfolgreiches Lehren und Lernen (ZeLL) der Ostfalia Hochschule) durchgeführten Workshop „Formatives Feedback in der Lehrveranstaltung als Anlass zum Conceptual Change bei Lehrenden und Studierenden“. Am Beispiel des vom ZeLL organisierten Weiterbildungsprogramms zur Hochschuldidaktik wurden notwendige Elemente für den Vollzug eines Wandels von Lehrüberzeugungen thematisiert. Unter dem Motto der „Betroffenheit von Lehre“ wurde ein Theoriemodell mit drei idealtypischen Erklärungsperspektiven vorgestellt, die das Sein der Studierenden, das Handeln der Lehrenden bzw. das Handeln der Studierenden in den Fokus rückten.

Währenddessen nahm Alessandra Kenner am Track „Ein Kurskonzept zur Förderung des kontinuierlichen Lernens durch den Einsatz von Gamification“ von Simon Roderus (TH Nürnberg) teil. Er stellte seine freiwillige Online-Begleitübung für Studierende der theoretischen Informatik vor, die nach den Prinzipien eines Computerspiels konzipiert wurde.

Auf dem letzten Punkt der Tagesordnung stand die abschließende Keynote von Prof. Dr. Noah Finkelstein (University of Colorado) zum Thema „Not All Interactive Engagement ist the Same: why theory, culture and mindset matter“, in dessen Verlauf er am Beispiel der Peer Instruction seine Forschungsergebnisse zu den Erfolgsfaktoren interaktiver Lernarrangements im Physikunterricht erörterte.

Fazit: Das hervorragend organisierte Symposium bot eine Vielfalt an Workshops, Vorträgen und Postern, die das Thema Hochschuldidaktik in den MINT-Fächern in seiner Breite aufgriff. Der Science Slam und die Mitvisualisierung des Tagungsgeschehens sorgten darüber hinaus für informative Unterhaltung.