Vor einigen Tagen ist der Sammelband „Klassiker der Hochschuldidaktik? Kartografie einer Landschaft“ erschienen, den Peter Tremp und Balthasar Eugster herausgegeben haben.

Mit dabei ist Dr. Uwe Fahrs Beitrag „Wissenschaftsdidaktik als praktische Theorie. Aristoteles‘ Begriff einer Grundrisswissenschaft als Modell für die Hochschuldidaktik„. Der Beitrag betrachtet die Hochschuldidaktik aus einer grundlegenden Perspektive. Hochschuldidaktik wird im Anschluss an Hentig als Wissenschaftsdidaktik verstanden. Wissenschaft ist ebenso Praxis wie die Einarbeitung in die Wissenschaft als kommunikative Institution eine gemeinsame Praxis von Lehrenden und Lernenden ist. Daher wird der Begriff der praxis von dem Begriff der poesis abgegrenzt und die Hochschullehre als Praxis interpretiert. Ihr entspricht in der wissenschaftstheoretischen Tradition von Aristoteles eine Grundrisswissenschaft. In der spezifischen Handlungs-Situation müssen die Lehrenden in der aktuellen Handlungssituation und geleitet von dem Wissen der Grundrisswissenschaft selbstständig Entscheidungen treffen. Dazu benötigen Sie Klugheit (phronesis, Urteilskraft). In dieser Perspektive lassen sich Schlüsseltexte der Pädagogik und der Hochschuldidaktik aus der Perspektive untersuchen, welche Situationsdeutung sie zugrunde legen, wie sie Lehren und Lernen als Praxis deuten und welche Rolle sie der Urteilskraft der Lehrenden dabei zuweisen.

Der Sammelband steht Angehörigen der FAU als Volltext über die Universitätsbibliothek zur Verfügung.