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Gabi Reinmann, Martin Ebner & Sandra Schön: Hochschuldidaktik im Zeichen von Heterogenität und Vielfalt.

Rezensent: Dirk Jahn

Quelle: Wilbers, K. (Hrsg.): Handbuch E-Learning. www.personalwirtschaft.de/elearning

Originalliteratur: Reinmann, Gabi (Hrsg.); Ebner, Martin (Hrsg.);  Schön, Sandra (Hrsg.): Hochschuldidaktik im Zeichen von Heterogenität und Vielfalt. Doppelfestschrift für Peter Baumgartner und Rolf Schulmeister. Norderstedt (Books on Demand) 2013, ISBN 978-3732241767, 260 Seiten, EUR 49,90.

E-Learning spielt an deutschen Hochschulen eine wichtige Rolle in der Lehre. Neben eher „traditionellen“ Lehr-Lernszenarien, die durch den Einsatz von Lernplattformen randläufig unterstützt werden, gibt es seit einigen Jahren auch viele innovative Entwicklungen. Sie zeigen, wie unterschiedlich und vielfältig Lehre an der Universität aussehen kann, wenngleich nicht alles, was mit dem Label „innovativ“ versehen wird, auch wirklich zu einer qualitativen Steigerung bei Lernen und Lehren beizutragen vermag.

In einer Doppelfestschrift, die anlässlich „runder“ Geburtstage der namhaften Wissenschaftler und E-Learningexperten Rolf Schulmeister und Peter Baumgartner erschienen ist, wird diese Vielfalt und Heterogenität des Lehrens und Lernens an deutschen Hochschulen nun unter die Lupe genommen.

Viele bekannte Experten und Expertinnen aus dem Bereich Hochschuldidaktik und darüber hinaus haben dafür Beiträge zu aktuellen Trends, Entwicklungen, Erfahrungen oder Herausforderungen beigesteuert, um ein Stimmungsbild zu zeichnen. Der Einsatz von E-Learning ist dabei ein zentrales Thema. Das online frei erhältliche Buch richtet sich primär an Lehrende und Verantwortliche an den Hochschulen, ist aber auch für Bildungsverantwortliche und Lehrende in der Aus- und Weiterbildung zu empfehlen:

http://www.bimsev.de/n/userfiles/downloads/festschrift.pdf

Im Folgenden soll beispielartig dargestellt werden, welche Themen besonders im Zusammenhang mit E-Learning in den Beiträgen behandelt werden: Im Kontext der aktuellen Trends und Entwicklungen werden beispielsweise die sogenannten MOOCS (Massive Open Online Courses) tiefgehend besprochen. Es handelt sich hier um Online-Kurse, bei denen bis zu 160 000 Lernende  teilnehmen. Dabei wird unterschieden zwischen den x-MOOCs, die eher darbietenden Onlinevorlesungen gleichen und den c-MOOCs, die eher durch handlungsorientierte, kooperative Lehr-Lernszenarien gekennzeichnet sind.

Des Weiteren werden die didaktischen Potentiale von situationsgenauen Videokommentaren sowohl theoretisch als auch praktisch dargestellt, da bestimmte Onlinewerkzeuge verschiedenartige Formen der Video-Annotation zulassen und dadurch eine Art „Videokommunikation“ möglich wird, die in verschiedenen Settings in der Hochschullehre mit unterschiedlichen Zielstellungen, wie z. B. zur  Performanzverbesserung bei Musikern, genutzt wird. Des Weiteren berichten Expertinnen und Experten aus ihrer Erfahrung mit Blogging, Micro-Blogging oder stellen die didaktische und praktische Einbettung von Lehr-Lernszenarien in virtuellen Welten wie Second Life vor.

Im Bereich der Herausforderungen werden darüber hinaus die hohen Anforderungen an Lehrende hinsichtlich medienbezogener Professionalität erörtert. Neben den Aufsätzen mit klarem E-Learning Bezug werden auch weitere interessante und vielfältige Fragestellungen mit Blick auf die Hochschullehre, -organisation und -entwicklung behandelt.

Festschriften sind in manchen Fällen nur schwer verdaubar. Sie richten sich dann z. B. ausschließlich an einen auserwählten Kreis von Gelehrten, die eine bestimmte Denkrichtung eingeschlagen haben oder huldigen den Gewürdigten in süßholzraspelnder Anbiederung. Für das vorliegende Buch trifft all dies zum Glück nicht zu. Das meist verständlich geschriebene, informative und auch weitestgehend praxisorientierte Werk erlaubt einen differenzierten Einblick, wie vielseitig und heterogen Lehren und Lernen an der Hochschule gestaltet werden kann und werden sollte.