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Videos in der (Hochschul)-Lehre. Zeitschrift für Hochschulentwicklung. Jg. 9/Nr. 3, 2014

Rezensent: Dr. Dirk Jahn.

Originalliteratur: Antretter, Thomas; Dorfinger, Johannes; Ebner, Martin; Kopp, Michael; Nagler, Walther; Pauschenwein, Jutta; Raunig, Michael; Rechberger, Manfred; Rehatschek, Herwig; Schweigenhofer, Patrick; Staber, Reinhard; Teufel, Martin (Hrsg.): Videos in der (Hochschul)-lehre. Zeitschrift für Hochschulentwicklung. Jg. 9/Nr. 3 (BoD Verlag, Norderstedt) 2014, ISBN 978-373229388, 228 Seiten, EUR 35,00.

Online kostenfrei zugänglich unter http://www.zfhe.at/index.php/zfhe/issue/view/41

Quelle der Rezension: Wilbers, K. (Hrsg.): Handbuch E-Learning. www.personalwirtschaft.de/elearning

Das Medium Film bietet hervorragende und unterschiedliche Eigenschaften, die für das Lernen nutzbar gemacht werden können und dies nicht nur im Selbststudium, sondern auch in Präsenzveranstaltungen. Film kann beispielsweise Verborgenes beobachtbar, längst Vergangenes allgegenwärtig oder komplexe Sachverhalte erfahrbar werden lassen. Bewegte Bilder bewegen auch den Zuschauer, wenn er oder sie emotional durch das Gesehene ergriffen wird. Unter welchen didaktischen Gesichtspunkten aber sollten Videos in Lehr-Lernsituationen eingesetzt werden und welche technischen Umsetzungsmöglichkeiten bestehen dabei? Was ist bei der Erstellung von eigenen qualitativen didaktischen Videos zu beachten?

Auf diese und weitere relevante Fragen rund um das Thema „Videos in der (Hochschul)-Lehre“ bietet eine neue Ausgabe der Zeitschrift für Hochschulentwicklung vielfältige Antworten. In 13 kurzen Beiträgen berichten Experten und Expertinnen, Forscher und Forscherinnen oder aber auch erfahrene Praktiker und Praktikerinnen aus dem Kontext der Hochschullehre zu ganz unterschiedlichen Aspekten aus ihrer Arbeit mit Videos. Durch das Buch werden in erster Linie Lehrende, die sich mit Videos didaktisch beschäftigen, aber auch Lehrvideo- und E-Learning-Entwickler angesprochen.

In den Beiträgen werden sowohl theoretische Grundlagen zum didaktischen Videoeinsatz besprochen als auch viele Umsetzungsbeispiele aus der Praxis vorgestellt. Um nur ein paar Beispiele zu nennen:

Elise Michel, Tanja Decrouppe und Jochen Wiesner zeigen mit ihren „eGeo-Riddles“ beispielsweise, wie mobile Endgeräte genutzt werden können, um praktische Exkursionsarbeit und multimediale Umweltbildung „vor Ort“ verschmelzen zu lassen. Studierende lösen dabei Rätsel in der zu untersuchenden Landschaft, wobei didaktische Videos als Lehrmittel zum Einsatz kommen.

Marianne Kamper macht in ihrem Beitrag des Weiteren deutlich, wie Videoreflexion didaktisch im Musikstudium gestaltet werden kann. Lernende reflektieren dabei anhand von Kategorien punktgenau eine eigene Videoaufzeichnung, in der sie ihr Können am Instrument demonstrieren.

Josef Wachtler und Martin Ebner stellen ein Tool vor, das verschiedene Formen der Interaktion beim Video-basierten Lernen ermöglicht – von MC-Tests bis hin zu individuellen Beiträgen.

Maxime Pedrotti, Juliane Aulinger und Nicolae Nistor zeigen, wie moderne Vorlesungsaufzeichnungen technisch und didaktisch realisiert werden können. Besonders ist dabei die Annotationsfunktion hervorzuheben. Ein Clou ist hierbei, dass auch Dozenten öffentliche Annotationen lesen und dann darauf für die Studierenden eingehen können, um z. B. noch offene Fragen zu klären. Neben dem didaktischen Einsatz wird auch die Produktion von Videos beleuchtet.

Sandra Schön und Martin Ebner gewähren z. B. praktische Einblicke in das Betriebsgeheimnis bei der Produktion von Zeichen- und Legevideos. Tobias Hoppe-Seyler und Kollegen verraten, worauf es bei der Entwicklung eines Drehbuches, bei der Besetzung, beim Dreh und beim Schnitt am Beispiel von Lehrfilmen zur Gesprächsführung ankommt.

Auch die Seite der Evaluation kommt nicht zu kurz: Nils Seidel stellt bestehende Möglichkeiten zur Analyse von Nutzeraktivitäten im Hinblick auf Lehrvideos dar und präsentiert dabei auch eigene innovative Entwicklungen.

Trotz unterschiedlicher Autorenschaft und Beitragsschwerpunkte ergänzen sich die einzelnen Beiträge und bieten eine interessante, gut lesbare Einführung zu didaktischen Videos, sei es im Hinblick auf theoretischer wie auch auf praktischer Ebene. Es wird deutlich, dass Videos alleine erfolgreiches Lernen nicht garantieren, sondern dass eine didaktisch wohl überlegte Einbettung erst die Stärken der bewegten Bilder fruchtbar macht. Wie das jeweils geschehen kann, dafür finden sich in dem Buch einige Beispiele und Anregungen.